Wie wird Korn hergestellt?
Seit dem Jahr 1789 gibt es für Kornbrand ein Reinheitsgebot. Ein mindestens 66-prozentiger Roggenanteil und höchstens 33 Prozent Gerste sind vorgeschrieben. Ebenso dürfen einem Kornbrand weder Neutralalkohol noch geschmacksgebende Zutaten zugefügt werden. Die Herstellung eines Kornbrand startet mit der Fermentation von Kornmischungen, die dann destilliert werden, um einen klaren, neutralen Alkohol zu erzeugen. Dieser wird auf Trinkstärke herabgesetzt und abgefüllt oder kommt zur Reifung in Eichenfässern. Im Fass gereifter Korn ist goldfarben und hat einen finessenreicheren Geschmack. Korn darf nur in Deutschland, in Österreich oder in der der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens produziert werden. Einige Herkunftsbezeichnungen wie Münsterländer, Bergischer, und Haseltaler sind in Kombination mit dem Wort Kornbrand geschützt.
Wie unterscheiden sich Korn und Doppelkorn?
Kornbrand und Doppelkorn unterscheiden sich durch die Getreideanteile und den vorgeschriebenen Alkoholgehalt. Korn darf bereits mit einem Alkoholgehalt von 32 Prozent Volumen abgefüllt werden. Ein Doppelkorn muss mindestens 37,5 Prozent Volumen aufweisen. Beim Doppelkorn setzt sich der Getreideanteil anders zusammen als beim Korn. Dieser muss mindestens 70 Prozent Roggen und/oder Weizen betragen. Manch Connaisseur bezeichnet Doppelkorn als hochwertiger. Tatsächlich lohnt sich der Vergleich unterschiedlicher Korn und Doppelkorn Sorten, um den persönlichen Favoriten zu finden. Die deutsche Brennerei Birkenhof hat zum Beispiel zwei ganz unterschiedliche Korn im Angebot. Den günstigen Birkenhof Westerwälder Korn mit 32 Prozent Volumen und den im Fass gereiften Birkenhof LUK handcrafted Vintage Korn mit 43 Prozent Volumen.
Wie wird Korn getrunken?
Traditionell wird Korn pur getrunken und als "Kurzer" oder "Schnaps" bezeichnet. Zum Mischen eignen sich Wasser oder Limonade. Spezielle Trinktraditionen rund um Korn haben sich in ganz Deutschland entwickelt. Das „Herrengedeck“ beschreibt die beliebte Kombination Korn und Bier. "Korn-Gurken" steht für das Duo saurere Gurkensaft mit Korn. Ob in geselliger Runde, zum Bier oder als Digestif, ein guter Korn weiß stets zu überzeugen.