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Haselnussschnaps aus Südtirol

Guter Haselnussschnaps und Haselnusslikör

Ein guter Haselnussgeist ist das Nutella für Erwachsene. Die Aromen von Nougat und Schokolade begeistern in flüssiger Form. Doch um guten Haselnussgeist oder Haselnuss-Schnaps herzustellen, ist viel Erfahrung notwendig. Die nicht jede Brennerei hat. Die Nüsse haben viel Fett und sehr wenig Zucker. Man kann also die Nüsse nicht in einer Maische gären, sondern muss diese in Alkohol einlegen. Je länger, desto besser und danach sollte der Haselnuss-Geist in ein Eichenfass um nachzureifen und eine schöne goldene Farbe zu erhalten. Sehr schwer ist, den Haselnussgeschmack der Nüsse auch in den Alkohol zu bringen.

Kategorie Herstellung & Besonderheit Geschmackserlebnis Trinkempfehlung
Haselnusslikör Basis aus Alkohol und gerösteten gemahlenen Haselnüssen, mit Zucker verfeinert. Süß, cremig, erinnert an Nougat oder flüssige Pralinen. Wird oft auch mit Sahne verfeinert. Pur, im Kaffee oder über Vanilleeis genießen.
Haselnussgeist Mazeration und Destillation von intensiv gerösteten gemahlenen Nüssen. Trocken, extrem authentisches, kräftiges Nussaroma. Klassischer Digestif nach dem Essen (ca. 16-18°C).
Haselnussbrand Seltener Prozess der echten Nuss-Vergärung (hoher Aufwand und sehr selten). Komplex, tiefgründig mit langanhaltendem Abgang. Für Kenner, die das pure Handwerk schätzen.
Grappa mit Haselnuss Tresterbrand-Spirituose mit natürlichem Haselnuss-Auszug. Kräftiger Körper mit einer feinen, nussigen Eleganz. Ideal als Begleiter zu dunkler Schokolade. Ein hochwertiger Haselnuss-Schnaps.
Expertenwissen von Grappa.de

Die Empfehlungen zu Trinktemperatur, Gläsern und Genussmomenten wurden fachlich begleitet von Thomas Gödde – Grappa Experte , einem der bekanntesten Spezialisten für italienische Premium-Spirituosen in Deutschland.

Wie wird ein guter Haselnussschnaps hergestellt?

Für den Käufer ist es nicht einfach herauszufinden, wie die Brennerei arbeitet. Zuerst werden die Haselnüsse gehackt oder leicht gemahlen. Verwendet werden sollten nur geröstete Haselnüsse, da nicht geröstete Haselnüsse keinen Geschmack abgeben. Hier zählt die Erfahrung, wie fest man rösten sollte, um die Haselnuss-Aromen in die Flasche zu bekommen. Nun wird die Masse in neutralen Alkohol, Vodka oder Grappa eingelegt. Je länger die Nüsse mazerieren, desto mehr Geschmack kommt später in das Glas. Danach wird destilliert und anschließend das Destillat in Holzfässer gefüllt. Möchte die Brennerei noch mehr Aromen im Destillat, so leitet man beim Brennen den Dampf an zerkleinerten Nüssen vorbei. Sodass der Dampf nochmals Aroma der Nuss aufnimmt.

Manche Hersteller lagern jedoch nur noch kurze Zeit im Edelstahltank und füllen ab. Die Qualität ist entsprechend schlechter. Klassische Feintrinker lehnen den Haselnussgeist zumeist ab. Denn die Geschmacksdichte und Duftentfaltung passen nicht zusammen. Man kann einfach aus einer harten Nuss ohne Zucker nicht das Aroma holen, wie aus einer überreifen Aprikose. Deshalb geben manche Brennereien noch etwas Vanille oder Gewürze hinzu. Nach ungefähr einem Jahr im Eichenfass wird der Haselnussschnaps abgefüllt. Für Likör gibt man pro 1 Liter mindestens 100 Gramm Zucker hinzu, etwas mehr Wasser und ggf. noch natürliche Aromen von der Vanilleschote. Wer es cremiger mag, kauft einen Haselnuss-Sahnelikör. Getrunken wird er zumeist pur bei Zimmertemperatur aus einem bauchigen Glas.

Haselnusslikör

Gibt es einen Haselnuss-Edelbrand?

Nein, da die Haselnüsse fast keinen Zucker enthalten und eine Maische mit Gärung nur mit Zucker entstehen kann. Deshalb gibt es keinen Haselnuss-Edelbrand. 3 bis 4 Gramm Zucker pro 100 Gramm Haselnuss ist zu wenig für eine Maische.

Welcher Haselnussschnaps ist der Beste?

Da es keine offiziellen Wettbewerbe gibt, findet man dies am besten beim Geschmackstest heraus. Es gibt jedoch einige Sorten, die man bedenkenlos anbieten kann. Immer empfehlenswert ist ein Haselnuss-Schnaps, der im Eichenfass reifte.

Ein günstiger, aber guter Haselnussschnaps ist der Prinz Alte Haselnuss und der Scheibel Edles Fass Haselnuss Schnaps. Der sehr hochpreisige Lantenhammer Haselnuss 1928 kann für den Preis nicht vollends überzeugen und hat ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier ist der Griff zum Lantenhammer Haselnuss, gereift im Slyrs Fass die bessere Wahl.

Ein sehr guter Haselnusslikör ist der Walcher Noisette, Vallendar Haselnuss-Likör, Unterthurner Bauernnusseler und der Birkenhof Haselnuss Likör. Wer den Likör nur zum Mischen und Backen nutzt, greift zum Frangelico Haselnusslikör.

Wie macht man Haselnussschnaps selbst?

Vom Prinzip recht einfach. Haselnüsse von der Schale befreien und in der Pfanne rösten, bis diese braun sind. Dabei kein Öl nutzen. Danach die Schale mit einem Tuch abrubbeln und die Nüsse in ein Gefäß geben. Mit reinem 96 % Alkohol oder einem Alkohol, der mehr als 55 Prozent Volumen hat übergießen und mehrere Wochen im dunklen Raum stehen lassen. Anschließend abfiltern. Wer möchte, gibt noch aufgelösten Zucker und eine Vanilleschote hinzu. Bevor er getrunken werden kann, auf ungefähr 40 % Vol. verdünnen. Je nach Alkoholqualität schmeckt er unterschiedlich. Wer fertig kauft, erhält ein geprüftes Produkt. Wer den Haselnussschnaps selbst herstellt, zahlt nicht weniger, hat den Aufwand und weiß nicht, wie das Endprodukt schmeckt. Einen Haselnusslikör selbst herzustellen geht auf den gleichen Weg, nur dass man einfach mehr aufgelösten Zucker hinzugibt.